Vaterlos und Vaterliebe – Das Online Magazin

Lebensgemeinschaften sind in England keine Lebensversicherung

Posted in England, International by vaterrecht on 25. September 2011

Die Lebensgemeinschaft ist ein Transitraum, eine Brücke oder ein Tunnel, je nachdem, auf jeden Fall keine Dauerlösung. Wer eine Dauerbindung anstrebt, muss heiraten, um in den Genuss voller Rechte, aber auch der Pflichten zu kommen. Das ist nicht nur in Österreich so, sondern auch - bis 2015 - in England. (Fotoquelle: The Times, 14. September 2011, S. 5; Source: Archiv Oswald 1090)

(Wien, im September 2011) Es gibt drei Arten des Zusammenlebens zwischen Mann und Frau: Die Ehe, die Lebensgemeinschaft und die lose Beziehung. Die Ehe gilt für die Frau insoweit als Glückslos, dass sie nach der Scheidung keiner Arbeit mehr nachgehen muss und ihr Lotterleben vom Ex-Mann finanziert wird. Die Lebensgemeinschaft, das Zusammenleben unter einem Dach ohne Trauschein, bringt diese Vorzüge für die Frau nicht. Die lose Beziehung in getrennten Wohnungen ist die dritte Möglichkeit des Zusammenlebens.

In Österreich fordert der radikalfeministische Flügel der Regierungspartei SPÖ seit einiger Zeit die sensationelle Lösung aller Beziehungsprobleme. Man fordert die Ausweitung der Unterhaltsrechte samt Vermögensteilung für die Frau, auch wenn nur eine Lebensgemeinschaft vorgelegen ist.

Lebensgemeinschaft ist Beziehungsschwarzarbeit

Man muss noch einmal – zur Exaktheit des Umstandes der Lebensgemeinschaft – erläutern, was eine Lebensgemeinschaft ist: Wohl ist es ein Leben unter einem gemeinsamen Dach in einer Wohnung oder einem Haus (manchmal wird von Gerichten die räumliche Gemeinsamkeit gar nicht als entscheidend gesehen). Es ist aber vergleichbar wie Schwarzarbeit. Schwarzarbeit definiert sich dadurch, dass man vertragslos arbeitet. Es scheint nirgends auf, man hat ein paar Rechte (Geldverdienst), aber fast keine Pflichten (man ist nicht verpflichtet zu arbeiten). Die “Lebensgemeinschaft” in Österreich ist ein freiwilliges Zusammenleben zwischen Mann und Frau für eine gewisse und zeitlich nicht festgesetzte Zeit. Manche bleiben fünf und mehr Jahre “in Lebensgemeinschaft” und stocken dann auf eine Heirat auf. Meist geschieht das bei älteren Paaren, die schon einmal geschieden wurden und weit über 50 Jahre alt sind, über mehrere Jahre zusammenleben und im Alter angekommen, indem sie sich gegenseitige rechtliche Absicherung erwarten, ein zweites Mal heiraten. Oft geschieht die Anschluss-Hochzeit ohne Brimborium – “nur standesamtlich”. Hintergedanke sind wechselseitige Gesundheitsauskunft und testamentarische Dinge, die im Alter wichtig werden.

Die Lebensgemeinschaft war und ist in Österreich kulturell immer nur ein Transitraum, ein Übergangsraum von einer Lebensphase in die andere. Es gibt die lose Bekanntschaft (“long distance relationship”, oft mehrgleisig und ohne nähere Bindung, so genannt: “der Wochenendfick”). Es gibt die Lebensgemeinschaft im unverheirateten Zustand (mit gemeinsamem Herd, Küche, Eisschrank und Bett; eventuell früheren Kindern und früheren Alimenten, dann so genannt “Patch Work-Beziehung) und es gibt die Ehe.

Es gibt überhaupt keinen Grund, an dieser Dreiteilung, die schon Sinn hat, weil sie auf die geistige Reife der Menschen Rücksicht nimmt, etwas zu ändern. Manche sind zu nichts anderes fähig als zur “losen Bekanntschaft”. Manche sind geschädigt aus Scheidungen und wollen nur eine “Lebensgemeinschaft”. Manche sind wagemutig oder besonders gelassen und reif – diese schließen eine “Ehe” im Wissen, dass eine Auflösung hohe Konsequenzen in vielen Lebenslagen hat.

Linke Agitatoren fordern noch mehr Verrechtlichung des Privatlebens

In Österreich agitieren die Frauenrechtsgruppen dafür, dass die Lebensgemeinschaft der Ehe gleichgestellt werden solle. Es erhellt sich nicht, warum das so sein soll. Wer freiwillig in Lebensgemeinschaft lebt, soll das auch so frei wie möglich tun dürfen. Er weiß im Voraus – ist er ein Mann -, dass er besser dann keine Kinder zeugen soll, da er rechtlos ist. Sie weiß im Voraus, – ist sie eine Frau -, dass sie nach einer Lebensgemeinschaft keine finanziellen und rechtlichen Forderungen zu stellen hat. Die Lebensgemeinschaft ist eine relativ enge, aber relativ freie Art des Zusammenlebens und sie wird von vielen gewählt. Es ist kein Ehekäfig, aber auch nicht der “Wochenendfick”. Unter Leuten die die Lebensgemeinschaft als mittige Konstruktion zwischen den Extremen wählen, sind natürlich auch Sozialbetrüger, die das deshalb wählen, weil sie höhere Einzelsätze beim Sozialamt beziehen können. Auf Formularen der Ämter wird eben nur abgefragt “verheiratet”, “ledig”, “Kinder”, nicht der Zwischenraum.

In England ist nun eine Entscheidung vorläufig bis 2015 gefallen. Die Londoner “Times” berichtet es am 14. September 2011 in ihrer Printausgabe auf Seite 5: “Rights for unmarried couples are abandoned.” Zu deutsch: “Gesetzesnovelle für Ausbau der Rechte von Lebensgefährten vertagt”. Es ist nicht nur auf morgen vertagt, sondern bis in die nächste Gesetzesperiode. Die nächsten Unterhaus-Wahlen finden in England 2015 statt.

Im Vorfeld wurde mächtig lobbyiert. Allein es half nichts, die Regierung wird nichts ändern. Es bleibt auch in England die Dreitetilung “lose Beziehung”, “Lebensgemeinschaft” (vertragslos) und “Ehe” (Vertrag) wie sie auch in Österreich der Fall ist.

Prüfverfahren seit 2005 – Ergebnis nicht mehrheitsfähig

Was geschah im Vorfeld? Die “Law Commission of England an Wales”, eine Art Weisenrat des Parlaments, dessen Empfehlungen zu “68%” (laut Grauquelle “Wikipedia”) in Gesetzesreformen umgesetzt werden, wurde 2005 vom damaligen Parlament mit der Untersuchung beauftragt, wie es um die Rechte der “Nichtverheirateten” steht. Sei etwas in England fairer zu machen, sind Reformen nötig? 2007 waren die Studien der “Law Commission” abgeschlossen und man machte den Endbericht dem Parlament bekannt. Es wurde ein neues Schema der “finanziellen Rechte” bei Lebensgemeinschaften empfohlen. Diese Empfehlung sah vor, dass diese unverheirateten Paare, die gemeinsame Kinder haben und solche, die zwei bis fünf Jahre zusammenlebten, die Law Commission ließ eine Festlegung offen, nach einer Trennung “Unterhalt” vom anderen beziehen sollen (“would be able to apply for maintenance if they separated”).

Nachdem diese Empfehlungen am Tisch waren, machte die Labour Party in England den Vorschlag, man möge sich Schottland genauer ansehen, wo seit 2006 Lebensgemeinschaften mit Unterhaltsrecht verknüpft sind. Auch das wurde gemacht. Nun, im September 2011, liegt die politische Erkenntnis der Regierung des Vereinigten Königreichs vor: Es wird nichts verändert. Das Thema ist politisch sensibel durch viele gesellschaftliche Reihen Englands. Das Justizministerium kam über seinen Sprecher Jonathan Djanogly zu folgender Aussage: “We do not intend to take forward the Law Commissions recommendations – in this parliamentary term.” Vor allem die Vergleiche zu Schottland haben keine stichhaltigen Überzeugungen gebracht, so das britische Justizministerium.

Das Ministerium setze sich, so deren Sprecher, für die Beschleunigung der Familiengerichte ein und für den Ausbau der Mediation. Für die Mehrheit der Abgeordneten untergrabe der rechtliche und finanzielle Ausbau der Lebensgemeinschaft das Institut der Ehe zu sehr.

Lebensgemeinschaft Übergangsmodell (oft) während Scheidungen

Viele Personen leben auch in Wien – teilweise noch im aufrechten Ehezustand – in Lebensgemeinschaften. Zwei volksbildnerisch wertvolle Fälle zeigen das: Wolfgang Ambros, nach sieben mageren Jahren noch immer nicht von seiner Angetrauten geschieden, mittlerweile schon Zwillingsvater mit einer Neuen. Der holden Noch-Gattin Margit überließ er vor sieben Jahren das Haus, kaufte ihr ein Auto und gab ihr monatlich die nicht unstattliche Summe von 4.000 Euro als monatliche Apanage. Obwohl er gar nicht müsste. Hätte er sich quergelegt, wäre er längst geschieden. Doch die holde Margit hat ihr Lebtag nichts gearbeitet und will nun mehr, Urheberrechte und anderes. Ambros hat nun einmal ein Haus, Auto und Aliemente verschenkt. Er lebt in Lebensgemeinschaft. Ginge dieses auch auseinander, würde er – bei einer Aufwertung der Lebensgemeinschaft – geviertelt. Bei einer weiteren geachtelt. Und so fort. Nur ein Beispiel.

Volksbildnerisch interessanter Fall, weil spiegelgleich zum männlichen Managertyp: Verheiratet, mit Lebensgefährten und bezahlten Lustbuben aus der Diskothek. Elisabeth Wieninger-Forster bezahlte diesen riskanten Lebensstil kürzlich mit dem Leben. (Foto: Polizei)

Ein anderes ist die kürzlich ermordete “Millionenerbin” aus der Wiener Innenstadt: Elisabeth Wieninger-Forster (48) lebte vom Ehemann (67) nicht geschieden mit einem Lebensgefährtin (50) und behob zum weiteren Zweck, sich regelmäßig junge Disco-Buam aus dem “Take Five” umzuschnallen, vornehmlich Araber und Türken, pro Monat 10.000 Euro vom Bankomat. Aufrechte Ehe, Lebensgemeinschaft, Lustbuben. Gälte hier ein Recht, dass Lebensgefährten nach zwei Jahren Zusammenleben die große Kasse machen, wäre die “Millionärin” bei diesem exzessiven Lebensstil rasch verarmt gewesen.

Die politische Haltung in Österreich, die Lebensgemeinschaft nicht aufzuwerten, ist weise. Sie betrifft aber nur ein kleines Land mit 9 Millionen Einwohnern. Die politische Haltung in England, die Lebensgemeinschaft nicht aufzuwerten, betrifft ein großes Land. Selbst wenn auf der Insel 2030 prognostiziert 25% aller Beziehungen in “Lebengemeinschaften” laufen werden. Sie bleibt Zwischenmodell, nicht anzustrebendes Endmodell.

Britische Anwälte enttäuscht

Unglaublich enttäuscht ist eine Berufssparte, kein Unterschied zu Österreich: Die Anwälte. Deren Sprecher für Familienrecht, David Ellison, Vorsitzender der Organisation “Resolution” mit 5.000 eherechtlichen Spezialanwälten, witterte das große Geschäft. Für Anwälte, die man jetzt schon in Scheidungsverfahren braucht wie einen Kropf, ist die Nicht-Verrechtlichung der Lebensgemeinschaft eine herbe Enttäuschung. Allison in der “Times” (14. September 2011): “Time and again our members see people who thought they had legal protection as ‘common law’ husband and wife and who find out too late that they have no rights when they seperate.” Aber auch.

Man sollte nicht zu viel auf Anwälte hören, die sich plötzlich als Moralapostel und Menschenfreunde aufspielen. Die Wahrheit, warum Anwälte den rechtlichen Ausbau der Lebensgemeinschaft fordern, ist das Neugeschäft. Die Taxen wären wie im Scheidungsverfahren. Motto: Auf Teufel komm raus streiten ist besser als nicht prozessieren.

Fakt bleibt: Eine Lebensgemeinschaft, das weiß jeder, ist und bleibt eine Übergangslösung, eine Zuflucht, ein Tunnel oder Übergang und keineswegs eine jahrelange Dauerlösung. Es sei denn: Beide sind darüber im Klaren, dass sie das so wollen. In England wird sich bis zumindest 2015 nichts am dreigeteilgten Lebensmodell (lose Beziehung, Lebensgemeinschaft, Ehe) ändern und das ist nicht schlecht. Denn die Freiheiten, die eine Lebensgemeinschaft bietet (Stichwort “Zweitfrauen”; Stichwort “Umschnallen von Tunesiern”) ginge während der Ehe nicht.

Nur in Österreich: Da geht das auch während der Ehe. Aber nur bei den volksbildnerisch interessanten Fällen.

Marcus J. Oswald (Ressort: International, England)

Scheidungsmännern wird im AKH geholfen

Posted in Scheidungspraxis by vaterrecht on 6. September 2011

Scheidungsvätern wird im AKH geholfen. Im Wohnturm A an der Lazarettgasse wohnen Scheidungspappas teilweise zwei Jahre lang. So sie Mitarbeiter des KAV sind. (Foto: Oswald)

(Wien, im September 2011) Scheidungsmänner haben in Wien eine Hilfe, so sie in Not geraten. Und so sie im Krankenanstaltenverbund Wien (KAV) beschäftigt sind. Der KAV umfasst mittlerweile neun Spitäler in Wien und 11.000 Beschäftigte. Darunter Ärzte, Pfleger und sonstiges Personal in den Krankenhäusern.

Da es nicht selten passiert, dass im Scheidungsverfahren die Frau “dringenden Wohnbedarf” anmeldet und – mit Kindern oder ohne – das Wohnrecht in der Mietwohnung und – ja es soll schon passiert sein – sogar in der Eigentumswohnung, die der Mann zu 95 Prozent bezahlt hat, bekommt, steht der Mann während und nach einer Scheidung oft auf der Straße. Nicht so, wenn er im KAV arbeitet.

Notzimmer mit 25 Quadratmeter um 70 Euro

Im Wohnturm A am Gelände des Wiener AKH, das fand dieses Journal in einem vertraulichen Gespräch heraus, wohnen aktuell sechs Scheidungsväter und eine Scheidungsfrau (mit zwei Kindern) in jeweils einem Zimmer mit Dusche, das 25 Quadratmeter misst. Die Übergangszimmer werden durch Scheidungen in Wohnungsnot geratenen Mitarbeitern des KAV zur Verfügung gestellt. Die Sensation: Die Miete für das Zimmer mit Dusche beträgt 70 Euro pro Monat.

Die Wohndauer darf bis zu zwei Jahre betragen, dann wird der Mieter in eine Gemeindebauwohnung zugewiesen. Einer, der dieses Angebot nun genau zwei Jahre genutzt hat, zog am Samstag, 3. September 2011 nach zwei Jahren Wohnen im Wohnturm A mit dem Übersiedelungsbus in seine Gemeindebauwohnung in den 14. Wiener Bezirk. Ein Freund, Anfang 50, mit leichtem Spitzbauch und spitzbübischem Gesicht, half ihm beim Möbelpacken. Es war sieben Uhr morgens.

Helfende Helfer vom KAV

Der Scheidungsmann ist dankbar, dass ihm der KAV diese Chance gab, denn er stand nach seiner Scheidung “auf der Straße”. Die Ex-Frau, eine Polin, mit der er in binationaler Ehe sieben Jahre verheiratet war (es blieb kinderlos), erhielt am BG Wien-Meidling akkurat das Wohnrecht in der großen Dach-Mietwohnung, die man gemeinsam hatte. Sie drückte auch sofort auf das gemeinsame Auto an, “doch dieses war auf meine Mutter angemeldet”, erzählt der Scheidungsmann, der 40 Jahre alt ist. Beim Wohnraum hatte er ein schlechtes Blatt. Für den Mann, den am BG 12 “auf den Tisch haute” und damit den Richter vergräzte, hieß es: Ausziehen.

Der KAV bot ihm an, im Wohnturm A eine Übergangswohnung zu nehmen. Er nahm das Angebot an. Der Wohnturm A war früher das Lehrlings- und Pflegerinnenwohnheim des AKH, doch aktuell wohnt kaum Personal mehr am Gelände, sondern alle privat. Daher stehen viele Zimmer im 18-stöckigen Turm leer.

Wohnen im Turm nicht angenehm

Das dauerhafte Wohnen im Turm sei beklemmend, so der Mann. Aber er hatte keine andere Wahl. Das Verdienst nach dem Scheidungsverfahren reichte nicht aus, um sofort eine Privatwohnung zu nehmen.

Er wurde in der Gemeinde Wien auf die “Warteliste” gesetzt und erhielt nun Anfang September 2011 eine 35 Quadratmeter große Wohnung um 200 Euro Zins in Wien-Hütteldorf im vierten Stock ohne Lift.

Er kam nicht in das Zimmer mit Aussicht im “Mitarbeiterwohnhaus A” am Gelände des AKH Wien, um zu bleiben. Aber er blieb zwei volle Jahre.

Marcus J. Oswald (Ressort: Scheidungspraxis)

Zusammenfassung Demo 7. Juni 2011 in Wien

Posted in Gleichstellung, Maennerpolitik by vaterrecht on 29. August 2011

(Wien, im August 2011) Nun ist ein Amateurmitschnitt von der Demonstration zum Thema “Kinderrechte” und “Väterrechte” am 7. Juni 2011 in Wien auf “You Tube” eingespielt. Da der Amateurfilm zum Themenkomplex Scheidungs- und Justizindustrie noch relativ unbeachtet ist (zum heutigen Tag 29. August 2011 erst: 90 Aufrufe) – hier zum Einsehen.

dieiliasbeginnt

Das Video dauert 40 Minuten und 08 Sekunden, ist am Kanal “dieiliasbeginnt” eingestellt und dokumentiert die zahlreichen Kurzansprachen unterschiedlicher Personen wie Martin Stiglmayr, Rudolf Gehring (Partei “Die Christen”, Präsidentschaftskandidat 2009), Robert Holzer oder Oliver Peter Hoffmann in zweisprachigen Ausführungen (deutsch und englisch, Minuten 11:00 – 18:53). Die Reden wurden sowohl am Wiener Stephansplatz als auch am Wiener Ballhausplatz am 7. Juni 2011 gehalten.

Marcus J. Oswald (Ressort: Männerpolitik, Gleichstellung)

Ist neue “Väterplattform” neu und nötig?

Posted in Aus den Vereinen by vaterrecht on 12. August 2011

Marije Cornellissen (MEP Dutch Greens/EFA), the 'founding mother' surrounded by the founding fathers of the 'Platform for European Fathers (PEF)' . Left to right: André Müller (VeV, Switserland), Alan Beirne (PEI, Ireland), Rüdiger Meyer-Spelbrink (VAfK, Germany), Paul Coleman (PEI, Ireland), Rob Williams (Fatherhood Institute, UK, Vice Chair PEF), Robert Pigott (IMN, Ireland), Heimir Hilmarsson (EPI, Iceland), Marije Cornellisse (MEP Dutch Greens/EFA), Jan van Baelen (VKC, Belgium), ??, Peter Tromp (VKC, Netherlands, Primary founding father and Secretary of PEF), Robert Whiston (Men's Aid, UK), Vincenso Semeraro (SOS Papa, Belgium), Joseph Egan (PEI, Ireland, Chair PEF), Attila Vida (EAÉE, Hungary), Konstantina Davaki (Guest speaker LSE, UK), Pedro Duffill Hobbs (UEFFACC, Spain), Klaus Gerosa (VafK, Germany), Oliver Peter Hofmann (MP, Austria). (Not in photo: Paulo Leitao (DdeL, Portugal), Luis de Sousa (IP, Portugal), Sean Kelly (MSGI, Ireland), Elephterias Ayfantis (Sygapa, Greece).

(Wien, im August 2011) Dieser Tage (8. August 2011) sandte die entschlummerte “Wiener Männerpartei” rund um “unseren Mann in der UNO” Oliver Peter Hoffmann via APA-OTS etwas aus, was einige, die mit den Diskussionskreisen rund um die Väterrechte, die sich “Väterrechtebewegung” nennen, sympathisieren, überrascht. Sie wurden praktisch Mitten im heißen August kalt erschwischt. Es hat sich somit eine neue Väterplattform gegründet. Das ist die Reaktion auf die Gründungsveranstaltung der “Europäischen Väterplattform”, die sich am 27. Juni 2011 in Brüssel vorstellte. Wie aus dem Gründungspapier hervorgeht, ist die von den Grünen gestartete EU-Initiative auch schon von Hoffmann besetzt.

Am 27. Juni 2011 unterzeichneten Obleute der größeren Väterinitiativen in Brüssel im EU-Parlament ein Gründungspapier.

Die neue österreichische “Plattform” erhebt nun so etwas wie Alleinvertretungsanspruch oder, anders gesagt, Dachorganisationskompetenz. Schon wieder, muss man dazu sagen.

Gründungseifer ungebrochen

Der Gründungseifer unter rebellierenden Männern, die es, mit Scheidung, Wohnungsweisel oder halb gedecktem Ehebett plötzlich konfrontiert, “den Behörden einmal zeigen wollen”, scheint ungebrochen. Das war 2005 und 2006 nicht anders, als sich die ersten Gruppen gründeten.

Auch damals saßen Herren um die 45 und Schwach-50 an Biertischen und Restaurantbänken in Schanigärten und wollten mobil machen. Damals, Mitte der 10-er Jahre, waren es Scheidungsväter, die sich benachteiligt fühlten und es manchmal auf Grund des Mann-Seins auch klar waren. Damals gab es so gut wie keine Internetplattform, mit Ausnahme von www.gericht.at (ein Forum, in dem es drunter und drüber ging) oder das Tews-Forum (in dem es regulierter zuging). Es gab keine Webseiten von Vereinen Mitte der 10-er Jahre und die, die sich treffen, verabreden und bereden wollten, trafen sich. Es waren kleine Kreise. Aus den Kreisen wurden temporär Freunde, ehe es sich wieder verflüchtigte. So war es zumindest im Wiener Raum.

Initiativen-Wald

Fünf Jahre danach gibt es einen Haufen “Initiativen”, in mehreren Bundesländern, dazu, eine durch die Polizei temporär platt gemachte “Wiener Szene” und ein Faktum: Es gelang in den vergangenen, sagen wir, fünf bis sechs Jahren (2006-2011), nicht, die bestehenden Initiativen zu einen.

Es ginge nicht darum, dass man die “Trademarks”, so man überhaupt davon sprechen kann, auslöscht, die Logos verbrennt und die diversen Obleute entfernt. Es reichte schon, dass irgendwo Emailverteiler existierten, die Telefonnummern und Termine austauschen oder Aktivitäten vernetzen. Traurige Wahrheit: Das gibt es bis heute nicht.

Kein Baum vor lauter Wald

Selbst das “Genderwahn-Forum”, gegründet im Oktober 2006 vom “Wiener Kreis”, temporär von der Exekutive zum Ende 2009 attackiert, Anfang 2010 – um Baumgartner-Sudelsprache-Einträge bereinigt – wieder in alter Linie online, beklagt mittlerweile offen, dass Initiativen, die man im “Wiener Kreis” stets gefördert hatte, obwohl sie aus Tulln stammten, bis 2011 nicht lernen wollen, wie man sich bei einem Forum ein Passwort zulegt und Termine im überparteilichen Forum selbständig einstellt. Selbst der Verein “Väter ohne Rechte” schickt diverse “Termine” nur per Email und bittet, dass “irgendwer” im Forum sich die Arbeit macht, das in das Forum zu platzieren. Mit der alten Idee aus 2006, dem “Empowerment”, dem medialen Fitmachen in Öffentlichkeitsarbeit, hat das nichts zu tun. Auch mit der Idee der Gleichheit aller nicht, da sich hier einige Vereine wichtiger sehen als andere.

Man kann gegen das “Genderwahn-Forum” in der Ära Baumgartner vieles vorbringen, die Hauruck-Sprache war definitiv falsch, politisch unklug, konfliktorientiert und extrem haftbeladen, man wahrte in der Urform Augenhöhe zu jedem, der Aktivitäten setzen wollte, berücksichtigte viele und rückte vieles “redaktionell” ein. Was man von den anderen Vereinen nicht sagen kann.

Alle scheiterten bisher

Heute, 2011, ist es so, dass fast jeder “Väterverein” im eigenen Saft badet. Dazu gehören auch virtuelle Inzucht-Aktivitäten auf Facebook. Einige sind im eigenen Saft sogar ertrunken.

Der oberösterreichische Verein “Vaterverbot” bringt notorisch überhaupt keine Terminankündigungen von anderen Vereinen. Das führt mit der Zeit dazu, dass man die Webseite des Vereins gar nicht mehr abruft, da man nicht nur “Interna” lesen will. Die letzten medial wahrnehmbaren, physischen Initiativen des Vereins liegen bereits ein Jahr zurück.

Der niederösterreichische Verein “Im Namen des Vaters”, abgespalten aus “Vaterverbot”, hatte ein Kurzzeithoch Mitte 2010 mit einer Sieben-Seitenpräsenz im “News”. Doch danach kam nichts mehr. Der Verein hat sich (so gut wie) aufgelöst. Es zeigt, dass schickes Werbe-Design alleine nichts bringt. Es waren die Augen größer als der Mund.

Der Linzer Verein “Dialog für Kinder” badet seit Jahren im eigenen Saft und schottet sich extrem ab. Das Tews-Forum wurde uninteressant, schaut über die Linzer Stadtgrenze nicht hinaus. Nicht einmal bis nach Traun schaut man. Der Wien-Hass und Abwehr gegen alles “Nicht-Juristische”, das Desinteresse für die anderen Bundesländer führte zu einem Niedergang des Tews-Forums. Auch mangelt es in Linz an intellektuellen Kapazitäten, Themen im größeren Zusammenhang zu begreifen und darzustellen.

Der Tiroler Einmann-Selbsthilfe-Verein “Luca” organisiert vielleicht noch das eine oder andere Spielefest für Kinder und gräbt damit den “Kinderfreunden” das Revier ab. Doch der Obmann ist durch Angriffe auf sein Privatleben und Abnahme von Kindern erschüttert und desillusioniert. Auch er hat keine ausreichenden intellektuellen Kapazitäten, dem Thema Väterrechte und Familienrecht einen tauglichen Schub zu geben.

Der Salzburger Verein “Kindergefühle” hatte eine aufstrebende Phase 2009, seither ist man eine Internet-Initiative mit einem monatlichen Newsletter, den man liest oder auch nicht. Obmann Richard Maier gibt sich Mühe. Doch es besteht die Gefahr der Themenwiederholung und des abflauenden Interesses, da konkrete, neue Fälle eher Mangelware sind. Vielleicht hat er sie, dann ist er nur diskret.

Die Initiative “Trennungsopfer” der FPÖ zeigte Anfang 2009 auf, seither dokumentiert man auf einer Webseite des FPÖ-Parlamentsclubs. Veranstaltungen gab es seit zwei Jahren nicht mehr. Es ist eine Neben-Neben-Initiative im Binnensystem einer Parlamentspartei ohne große Außenwirkung. “Trennungsopfer” wird kaum in Medien zitiert, was ein Gradmesser der Strahlkraft wäre.

Der Verein “Humanes Recht”, eine Art “Schwarzer Block” innerhalb der Wiener Szene Baumgartner, Böck und anderen, hatte zu Beginn finanzielle Startschwierigkeiten (2008), dann als man die Drupal-Programmsprache im Griff hatte, höchste Ziele, später (2009) Troubles mit der Polizei, die bis heute durch zähe Verfahren der Justiz anhalten. Danach (2010) sammelte man 700 Unterschriften für eine “Gemeinsame Obsorge”-Petition und sammelt für eine zweite Petition weiter (2011). Das “Genderwahn-Forum” ist eng mit dem Verein verzahnt, aber eine eigene Sandkiste.

“Humanes Recht”, der Verein mit dem schlechten Vereinsnamen, hätte Potential, aber einige sind nicht mehr so taufrisch wie vor fünf Jahren. Man will kämpfen, obwohl die Mittel zum Kampf fehlen. Daher gilt das ewige Ghandi-Motto (nicht physische Stärke, sondern unbeugsamer Wille…).

Der Verein “Väter ohne Reche” verlieh für zwei Saisonen seinen Obmann Martin Stiglmayr an das BZÖ, wo Stiglmayr, der stets nach hohen politischen Sternen griff, nun Büroleiter von Ewald Stadler im österreichischen Parlament ist.

Der Verein Wiener Männerpartei bestand seit jeher – alles andere sind Wahrnehmungsschwächen – aus dem Freundeskreis rund um “unseren Mann bei der UNO” Oliver Peter Hoffmann. Bei der Wien-Wahl 2010 sah man die begrenzten Möglichkeiten, tat sich mit zwei anderen Mikro-Parteien zu “MUT” zusammen, die unter diesem Namen kandidierte. Auch so erreichte man nur 313 Stimmen. “Männerparteien”, das analysierte einmal der “Spiegel”, erreichten in Deutschland bei bisher jedem regionalen Wahlgang nur 1-2 Prozent. Selbst als “MUT” unioniert (nicht zu verwechseln mit dem Schriftzug auf Wiener Mistkübelwägen M.U.T.) reichte es nicht für den Einzug in den Wiener Gemeinderat.

Wahrheit, nichts als die Wahrheit

Das alles ist sehr bedauerlich. Aber politische Wahrheit. Es gibt zum Status August 2011 versprengte und zersplitterte Vereine, die politische Äußerungen zur Tagesübung des Publizierens gemacht haben. Für sich allein betrachtet, ist das ein politischer Vorgang. Dem Ganzen fehlt aber, was man mittlerweile auch dem ÖFB-Team vorwirft: Qualität.

Mangel an Qualität

Dass Vereine wie “Vaterverbot”, “Väter ohne Rechte”, “Im Namen des Vaters”, “Luca”, “Dialog für Kinder”, aber auch “Männerpartei” bis heute im gegenseitigen Respekt keine “Konkurrenzwahrnehmung” machen, ist nach jahrelangen Onlinestellungen der Vereine im Internet (bei manchen doch schon drei Jahre) nicht mehr enttäuschend. Es ist ein Mangel intellektueller Kapazität und ein Mangel an Qualität.

Dass manche zu lange benötigt haben um zu erkennen, dass das Vereinswesen auf zivilgesellschaftlicher Basis Empowerment im Umgang mit klassischen und elektronischen Medien verlangt, Kommunikationsfreude und Schmäh, ist ebenso ein Mangel an Qualität.

Dass manche glauben, mit wirren, entrückten Angaben zu Mitgliederzahlen medial zu punkten, ist ein Mangel an Qualität. Wenn der Verein “Vaterverbot” weißmacht, dass er 7.000 Mitglieder hat, “Väter ohne Rechte” weißmachen will, dass er von Tulln aus (!) 400 Anhänger fand und die Wiener “Männerpartei” angibt, 200 Mitglieder im Gefolge zu haben, dann ist das schlicht und einfach: Ein Mangel an Qualität im Umgang mit Wahrheit. Man glaubt mit Trickserei voran zu kommen. Keiner dieser Vereine brachte mehr als 200 Personen zu einer Demonstration und keiner der oben genannten Vereine brachte eine Petition zustande, für die man 500 Unterschriften braucht.

Eine Ausnahme bildet “Humanes Recht”, die sammelten und den offiziellen Weg gingen. Neben allen nebulösen, halsbrecherischen, irrwitzigen und jenseitigen Aktionen der “Bewußtseinsbildung” ist das eines der wenigen konkreten Ergebnisse der vergangenen fünf Jahre.

Persönliche Intrigen im einzigen brauchbaren Forum

Doch auch die Mannen rund um “Humanes Recht” lieben ihre Intrigen-Spinnereien. Obmann-Böck, mittlerweile hochoffiziell als Herausgeber des “Genderwahn-Forum” an der ersten Geige, hat seine eigene Sicht auf die Dinge, die auf die Portion Emotion nicht vergisst. Viele Leute wurden aus dem Genderwahn-Forum hinausgeekelt, etabliert haben sich volllippige Besserwisser, die die deutsche Sprache nur mit Müh und Not beherrschen und selbst dann mit Eigensprache ihre Probleme haben. Es reicht für “copy & paste” in das Genderwahn-Forum, aber nicht zu eigensprachlichen Diskussionen.

Keine Solidarität, keine Qualität: So kann man das Genderwahn-Forum subsumieren. Unter Baumgartner ein Intrigenhort, der seine Freunde anzog. Heute nur mehr ein Lüftchen von Früher.

Zu den Hinausgeekelten im Genderwahnforum zählt neuerdings auch Roland Reichmann, der in der Frühzeit (2006-2009) wie der Herausgeber dieser Seite von Beginn an die Courage hatte, unter seinem richtigen Namen zu schreiben und der ein eigenes Strafverfahren drei Mal vor den OGH zur Wiederaufnahme brachte. Hinausgeekelt wurde erst kürzlich auch der Oberösterreicher Martin Buglmüller, über den man sich im Genderwahn genüsslich das Maul zerreist, weil er ein Zivilverfahren gegen die RAK OÖ verloren hat (als wäre das eine Tragödie). Hinausgeekelt wurde schon zuvor der Herausgeber dieser Seite, der als einziger die Courage hatte, Herwig Baumgartners Irrlichtereien und rechten Rotzereien im Tiradenstil ständiger Unterstellung von Straftaten mit Kritik zu belegen. Das geschah damals zum Schutz des Forums, was sich als richtig herausstellte, da sich detailverliebtes Querulieren im leeren Raum verliert und kein Ziel mehr verfolgt. Baumgartner war der Totengräber des Genderwahn-Forums, das heute wieder, wenngleich nur mehr als Lüftchen von einst, lebt.

Webforum als Hort der Binnen-Intrigen

In allen drei Fällen, in denen drei ehemalige Schreiber in diesem Forum in SS-Sturmtrupp-Manier von den Böck-Mannen platt gemacht wurden, zeigte sich, dass auch die Freunde von “Humanes Recht” eines nie verstanden: Statt sich konstruktiv und locker-kommunikativ mit den durchaus interessanten Justizfällen etwa von Reichmann (der seinen Fall drei Mal vor den OGH brachte), Büglmüller (der eine Rechtsschutzinitiative betrieb) oder Oswald (der auch so manches verzwickte Rechtsproblem hatte), solidarisch zu sehen, um das Empowerment zu stützen und Mut und Lösungen zu finden, beschäftigte man Ex-Rotlicht-Leute wie Erich Reder als journalistische Amateurschläger, die ihre halbgaren, ins reichlich Asoziale reichenden, ausländerfeindlichen, rechtsgewirkten Parolen vom Stapel lassen, um Werbung für ihre eigene Webseite zu machen. Nach dem Motto: Hauptsache es raschelt im Geäst ist jede Stimme Recht. Einst war das Genderwahn-Form interessant, heute hat es textseitig die Qualität eines Rotlicht-Forums (etwa: erotikforum.at), wo die Schreiber auch nur in sehr knappen Worten darüber Bescheid zu geben wissen, wo sie am Vortag ihren Schwanz hinein gehängt haben.

Neue Qualitäten gefordert

Zum Eingang und in der Titelzeile ist die Frage aufgeworfen: Ist eine neue “Väterplattform” neu und nötig?

Eindeutige Antwort lautet: Ja. Es tut Not. Es hat sich bewiesen, dass das Bisherige nicht ausreicht und über den Bierbankdunst nicht hinaus langt. Es braucht eine neue Qualität. Es braucht auch Leute, die die politische Sprache sprechen und verstehen, die nicht verbraucht sind von intern angezettelten Kleinkriegen und die idealerweise selbst in Institutionen arbeiten, somit einer Profession nachgehen, in denen der politische Konsens die tägliche Arbeit ist. Man kann nicht mit Bauarbeitern eine Väterrechtebewegung bestreiten, auch nicht mit schlecht deutsch sprechenden Migranten und Wanderarbeitern und auch nicht mit Studenten, die noch nie verheiratet waren und keine geistige Reife für familienpolitische Themen eines ganzen Landes haben. Die Zeiten Maos und der ganzen Mobilmachung sind vorbei.

Das heißt nicht, dass das, was in den Jahren 2006 bis 2011 getan wurde, wertlos oder sinnlos ist. Einiges war sinnstiftend. Es war nur nicht genug. Es hatte daher keinen Effekt. Vieles verlief sich im persönlichen Hickhack und die bisherigen Mitwirkenden haben vergessen, Leithammel aufzubauen, zu fördern und überhaupt hervorzubringen.

Viele sind stolz genug, “Vereinsobmann” zu sein. Wer ein Amtl hat, darf stolz sein. Ausreichend ist es nicht. Es gehört eine Rhetorik dazu, Manieren, Klugheit, Umsicht, Belesenheit, Nüchternheit (der Alkohol ist in solchen Initiativen ein anderes Problem) und politische Intelligenz.

Bei einem Väterkongress am 28. Juni 2011 in Brüssel erfolgte zugleich der Zusammenschluss zur Europäischen Väterplattform.

Jetzt haben sich zwei bekannte Gesichter, Oliver Peter Hoffmann und Martin Stiglmayr sowie eine (bisher gänzlich unbekannte) Vorarlberger Initiative, die auch ein Motorradclub sein könnte, “Papa gibt Gas”, zusammengetan und wollen auf EU-Ebene mehr Feinschliff in die bekannten Themen bringen. Da die Personaldecke dünn ist, ist das die beste Lösung.

Stiglmayr werkt nun als Parlamentarischer Mitarbeiter direkt für die Politik, Hoffmann in der UNO. Daher haben sie die Vorstellung, dass Politik nicht von Wollen, sondern von Können kommt, also die Kunst des Machbaren ist.

Sie wollen mit einer neuen österreichischen “Väterplattform” den Stillstand, der im letzten “Jahr der Selbstbeschäftigung” in einigen Vereinen entstanden ist, politisch und medial begegnen.

Vielleicht ist das der lange ersehnte Neustart. Vielleicht ist es nur ein unterzeichnetes Papier in Brüssel nach einem Kongress.

Die bekannten Themen in den Eckpunkten bleiben: Recht des Kindes auf beide Eltern, Förderung aktiver Vaterschaft, Doppelresidenz, Gleichstellung der Männer im Bereich der Kinderbetreuung und in der Schule, rechtliche Gleichstellung der unverheirateten Väter, Förderung der Forschung zur Situation der Väter.

Marcus J. Oswald (Ressort: Aus den Vereinen)

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